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Kryptobörsen – Zentrale Handelsplätze für dezentrale Währungen

Der einfachste, schnellste und günstigste Weg Kryptowährungen zu handeln, sind Krypto-Börsen. Es wird jedoch längst nicht jeder Coin an jeder Börse gehandelt – und längst nicht jede Krypto-Börse unterstützt den Handel mit Fiat-Währungen wie Euro oder Dollar. Im Dschungel der unzähligen Handelsplätze (zu dem ohnehin schon großen Dschungel verschiedener Coins und Token), fühlen sich viele Neueinsteiger verloren oder sogar abgeschreckt. Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die größten und bekanntesten Krypto-Börsen, die für den Handel fast aller Coins genutzt werden können.

Die folgende Auflistung ist nur eine kleine Auswahl von Börsen, jedoch für die meisten absolut ausreichend. Es handelt sich ausschließlich um zentrale Handelsplätze. Es gibt hunderte solcher zentralen Kryptobörsen, aber es muss natürlich nicht überall ein Account angelegt werden. Die hier vorgestellten sind sehr liquide Börsen und es können bei ihnen die meisten Coins und Token gekauft werden. Grundsätzlich ist bei allen Börsen, die Fiat-Währungen unterstützen, ein umfangreicher Verifizierungsprozess erforderlich, wenn Euro oder Dollar eingezahlt werden möchten. Dieser Prozess zieht sich nicht selten über ein bis zwei Wochen. Wer seine Kryptos mit Fiat kaufen möchte, der muss also mit ein paar Tagen Anmeldedauer rechnen. Wer nur mit Kryptowährungen einzahlen möchte hat es hingegen recht einfach. Eine Email-Adresse reicht aus um innerhalb weniger Minuten ein Konto anlegen und vollumfänglich nutzen zu können. Wir empfehlen die Anmeldung bei mehreren Börsen, da nicht jede Börse jeden Coin gelistet hat. Auf einer der Börsen könnte man sich dann verifizieren, um Fiat einzahlen zu können.

Binance

Fiat-Einzahlungen: nein
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 282
Hauptsitz: Japan, Taiwan
Webseite: https://binance.com

Bitfinex

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung (EUR, USD)
Marginhandel: Hebel 3,3x
Handelbare Paare: 37
Hauptsitz: Hong Kong
Webseite: https://bitfinex.com

Bitstamp

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung (EUR, USD)
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 14
Hauptsitz: Luxemburg, Slowenien
Webseite: https://www.bitstamp.net

Bittrex

Fiat-Einzahlungen: nein
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 274
Hauptsitz: Washington (USA)
Webseite: https://bittrex.com

CEX

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung, Kreditkarte (EUR, USD)
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 24
Hauptsitz: England
Webseite: https://cex.io

Changelly

Fiat-Einzahlungen: Kreditkarte (EUR, USD)
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 98
Hauptsitz: Tschechien
Webseite: https://changelly.com

Coinbase

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung, Kreditkarte (EUR, USD)
Marginhandel: Hebel 3x (GDAX)
Handelbare Paare: 12
Hauptsitz: Kalifornien (USA)
Webseite: https://coinbase.com (https://www.gdax.com)

HitBTC

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung (EUR, USD)
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 493
Hauptsitz: nein
Webseite: https://hitbtc.com

Huobi

Fiat-Einzahlungen: nein
Marginhandel: nein
Handelbare Paare: 200
Hauptsitz: China
Webseite: https://huobi.pro

Kraken

Fiat-Einzahlungen: Banküberweisung (EUR, USD)
Marginhandel: Hebel 5x
Handelbare Paare: 46
Hauptsitz: Kalifornien (USA)
Webseite: https://kraken.com

Poloniex

Fiat-Einzahlungen: nein
Marginhandel: Hebel 2,5x
Handelbare Paare: 99
Hauptsitz: Delaware (USA)
Webseite: https://poloniex.com

Börsen sind keine Wallets

Börsen sollten niemals als Aufbewahrungsort für die eigenen Coins verwendet werden, da es mit unnötigen Risiken verbunden ist: Man ist nicht der Besitzer einer Börsen-Wallet.

Jede zentrale Börse hat pro Kryptowährung, die auf ihr gehandelt wird, im Hintergrund meist nur ein einziges Wallet für alle Benutzer. Jeder Kontostand, der im privaten Account-Bereich auf einer solchen Börse angezeigt wird, ist nur virtuell. Es handelt sich nicht um ein eigenes, echtes Krypto-Wallet, über das hier verfügt wird. Die Trades, die an einer Börse jede Sekunde ausgeführt werden sind daher im Wesentlichen nur Veränderungen von virtuellen Kontoständen der Benutzer dieser Börse. Kommt es zu einer Order-Ausführung findet im Hintergrund also keine Blockchain-Transaktion statt. Dieser Umstand ermöglicht zentralen Börsen ein sehr kostengünstiges Handeln. Nur beim Ein- und Auszahlen in das (virtuelle) Börsen-Wallet findet eine echte Blockchain-Transaktion statt. Durch die Verwendung unterschiedlicher Adressen für ihr großes Börsen-Wallet, können die Betreiber einer zentralen Börse all die Einzahlungen den unterschiedlichen Benutzern zuordnen.

Zentrale Börsen haben den großen Vorteil, dass der Handel in Echtzeit stattfinden kann und kostengünstig ist. Aufgrund der zentralen Infrastruktur und der wertvollen Wallets jedoch, die sich hinter einer Börse verbergen, sind sie sehr beliebte Angriffsziele für Hacker. In den Wallets großer Börsen befinden sich meist Coins im Wert von mehreren Millionen oder sogar Milliarden Dollar. Kommt ein Hacker an den Private Key eines solchen Börsen-Wallets, so kann er durch Stehlen dieser Coins, die Accounts aller Benutzer auf einen Schlag leeren. Diese Gefahr verdeutlicht sehr schön, warum zentrale Strukturen mit „Single Point of Failure“ aus Sicherheitsgründen so problematisch sind. Es sollten daher immer alle Coins, die nicht auf der Börse zum Handeln benötigt werden in eigenen Wallets gehalten werden. Weil dieses Thema so unglaublich wichtig ist, wird noch ein eigener Artikel zum Thema Wallets folgen.

8 Gedanken zu „Kryptobörsen – Zentrale Handelsplätze für dezentrale Währungen

  1. Hallo,

    schöne Zusammenfassung der Exchanges, danke dafür.
    Für Bitcoin Käufe habe ich bisher kraken verwendet und kann es nur weiterempfehlen.
    Mich würde aber noch interessieren was die Angabe Marginhandel ausdrückt, ist hier ein hoher oder niedriger Wert gut?

    1. Hallo,

      danke und gerne. Die Angabe Marginhandel ist nur für Trader wichtig, die planen, Kryptowährungen gehebelt zu handeln. In dem Fall ist ein hoher Hebel dann ganz nett – vorrausgesetzt derjenige versteht was er tut.

      1. also Margin Handel ist echt was für Fortgeschrittene und super risikoreich und kostet Zeit und Nerven.
        Einsteigern in Kryptobereich und im Geldanlage Bereich und im Trading Bereich würde ich das nicht empfehlen. Da würde ich buy-and-hold machen, s.wiki. Für Fortgeschrittene und erfahrene Leute macht Margin Trading vielleicht Sinn, wenn man die Nerven und die Zeit und die Risikobereitschaft hat. Kostet also mehr Aufmerksamkeit, denke ich, denn der Hebel von x,y geht auch in die Verlust Richtung. So mein Verständnis aktuell.

  2. Kraken war mal die beste Börse. Achtung: Sie ist nicht geeignet für die Strategie: „Buy the dips“ – Kraken ist immer dann überlastet, wenn ein krasser Tiefpunkt ist. Keine Ahnung ob das bei anderen Börsen besser ist. Der Marginhandel bei Kraken ist recht teuer, aber noch völlig akzeptabel wenn man die Margin nur für kurzfristige Trades benutzt oder später wieder mittels eigenen Funds deckt. Kraken unterstützt mittlerweile wieder erweiterte Orders. Also Stop-Loss lassen sich bedingt nach erfolgter Order-Ausführung „ankoppeln“. Ein- und Auszahlung erfolgt relativ zügig. Stufe 3 verifizierung erlaubt tägliche Limits von bis zu 50.000 für Ein- und Auszahlung. Kraken war in der Vergangenheit so nett und hat den Bitcoin-Cash fork unterstützt und entsprechende Coins ihren Kunden gutgeschrieben. Bitcoin-Gold wurde leider nicht unterstützt. Das meine Erfahrungen zu kraken.

  3. Ich habe noch vergessen zu schreiben, dass Kraken möglicherweise eine heimliche Folgeplattform von Mt.Gox ist, welche seinerzeit gehackt wurde. Die technische Struktur ähnelt sich. Und das geleakte Paper von Mt.Gox hatte eine Folgeplattform erwähnt, um die Verluste wieder zu erwirtschaften.

  4. HitBTC ist keine empfehlenswerte Börse.
    Da sind immer coins weggekommen und die Foren sind voll von Beschwerden, auch reddit.
    Kein Kundenservice bei HitBTC.
    HitBTC bitte löschen.
    Es gibt genug andere zur Auswahl.
    Am besten sind sowiso dezentrale Tauschbörsen, wie forkdelta und andere, die oben noch gar nicht stehen.
    Dezentral ist die Zukunft.

    1. Ich schließe mich apfelbaum an. Wer noobs HitBTC empfiehlt handelt verantwortungslos oder ist selbst ein noob. Das Netz ist voll negativen Nutzerreviews…

      Das gleiche gilt übrigens für Bitfinex, welches mehrmals gehackt wurde und nachfolgend den gesamten Markt für Monate nach unten gezogen hat, und auf der Exchangebetreiber aktiv gegen ihre Nutzer aufspielen und Marktmanipulationen betreiben.

      Da kein Autor genannt wird, sollte man sowieso nicht solchen Linksammlungen trauen. Aber wenn man schon für Drecksexchanges wirbt könnte man sich wenigstens affialiate links ein bißchen was zurückholen.

      Daß nicht ein dezentralisierter Exchange erwähnt wird spricht Bände.

      Viel wichtiger als diese technischen Details wie Exchanges ist ein generelles Verständnis von Blockchain und Kryptowährungen. Wer die fundamentalen Prinzipien nicht verstanden hat wird wahrscheinlich auch nicht ordentlich lange Werte halten können.

      1. Hallo und danke für Ihren Kommentar.

        Bei der Zusammenstellung der Börsen haben wir uns an dem täglichen Handelsvolumen (laut coinmarketcap.com) orientiert. In dem Artikel und im Magazin weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass Börsen keine Wallets sind. HitBTC ist zum Beispiel die größte Börse (nach Handelsvolumen) für mindestens eine unserer Empfehlungen aus dem Magazin. Wir haben die Börse selbst getestet und können nichts Negatives berichten. Genauso wie Bitfinex, die wir sogar für besonders kompetent halten. Für Sie mag es unlogisch klingen, aber wir denken, dass Börsen vor allem durch Hackerangriffe eher sicherer werden – sofern sie sich erholen. Bitfinex hat seine Kunden sogar noch entschädigt.

        Der Artikel handelt von zentralen Handelsplätzen. Es wird sicher noch ein weiter Artikel zu dezentralen folgen, sobald wir diese ausreichend getestet haben. Die Technologie ist noch sehr jung. Im Magazin haben wir über dezentrale Börsen schon einiges geschrieben.

        Wir stimmen Ihnen absolut zu: Ein grundlegendes Verständnis der Technologie und des Marktes sind viel wichtiger. Dafür gibt es ja auch unser Monatsmagazin, in dem nicht nur Investment-Empfehlungen gegeben werden, sondern auch Grundlagenwissen vermittelt wird. In unserem Sonderreport, der auch einzeln erhältlich ist, sind alleine 14 Seiten nur um die Themen Blockchain, Smart Contracts und Token anfängerfreundlich zu erklären.

        Auf diesem Blog werden vorerst nicht viele Inhalte erscheinen, da das Magazin Vorrang hat. Wir bitten das zu berücksichtigen.

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